
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Cafe, essen ein Stück Kuchen und trinken einen Kaffee. Vielleicht sind Sie gerade am Telefon, scrollen auf Ihrem Smartphone durch die sozialen Medien oder arbeiten an Ihrem Laptop. Es sind alltägliche Situationen, die auf die meisten von uns unspannend wirken – jedoch nicht für Kerstin Emrich-Thomas. Die Münchener Künstlerin sieht genau darin eine Ästhetik, aus der sich vor vielen Jahren ihr ganz eigener Stil entwickelte.
Angefangen mit den ersten Filzstiften und Wassertuschkästen, die sie mit fünf Jahren von ihrem Großvater geschenkt bekam, malt die gebürtige Frankfurterin heute im urbanen Stil.
Kerstin Emrich-Thomas ist ein totaler Stadtmensch – als Modeliebhaberin geht sie gerne shoppen. Je trubeliger der Ort, desto besser. Schließlich thematisiert ihre Kunst genau das: die Urbanität des modernen Menschen im Hier und Jetzt.
Zeitdokumentarisch möchte Sie das Stadtgeschehen mit ihrer Kunst spiegeln und empfindet tiefes Interesse für die Bewegungen und die Schwingungen der Stadt. Die “typischen ikonischen Handbewegungen” beim Benutzen des Smartphones begeistern sie dabei besonders. Jedoch ohne Kritik an unserem Online-Konsum – schließlich ist die Handynutzung “unerschöpflich” und sie selbst ist keine Ausnahme.
Die Vorlagen für ihre Werke sind Momentaufnahmen, die sie selbst mit ihrem Smartphone festhält. Kleine Fotografien ihres Alltags, die sie auf der Leinwand zum Leben erwachen lässt und mit weißen Umrandungen verziert – ihr Alleinstellungsmerkmal.
In ihren Werken zelebriert die Künstlerin regelrecht die Urbanität und beschreibt es als ein “positives Zeitdokument”, was auf sehr gute Resonanz stößt.
“Die Leute hängen es sich neben ihre Kaffeemaschine”, “um den Vintage-Look eines Cafés nach Hause zu holen.” Mit ihren Werken möchte sie ein positives Gefühl erzeugen. Dafür sammelt sie nicht nur Inspiration in ihrer Heimat München, sondern konzentriert sich dabei auf Berlin und auch Hamburg. Einmal im Jahr sammelt sie dort reichlich Schnappschüsse, um verschiedene Städte in ihren Strukturen abzubilden.
Ursprünglich ist Kerstin Emrich-Thomas gelernte Goldschmiedin und stellte eigenen Schmuck her. Zwar schätzte sie den kreativen Beruf, widmete sich dennoch 2010 der Malerei und begann die Karriere, von der sie immer träumte.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich ihr Stil – von jungen Portraits bis hin zu Farbschüttungen. Die Urbanität war immer Bestandteil ihrer Kunst und festigte sich zuletzt rund um das Thema “Stadtcafé”.
Heute nennt sie ihr Atelier im Dachgeschoss ihren Arbeitsplatz und betont, wie sehr ihr die Kunst am Herzen liegt.
Nachdem sie schon seit Jahren auf Messen unterwegs ist, wird sie dieses Jahr voller Neugier und Vorfreude zum ersten Mal bei der KUNST/MITTE ausstellen und sich danach sicherlich in eins der Magdeburger Cafés setzen, um an neuen Werken zu arbeiten. (Soraya Damer)
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