
Von der Politik in die Kunst. Ein Werdegang, den die Magdeburger Künstlerin Beate Bröcker nicht für sich selbst vorhersagte, der ihr aber die Möglichkeit gibt, sich visuell auszudrücken und ihre Kritik an unserer Gesellschaft künstlerisch zu äußern.
Nachdem die ehemalige Politikerin und Staatssekretärin vor drei Jahren in den Ruhestand ging, widmete sie ihre neu gewonnene Zeit der Kunst und stellt nun die Zerbrechlichkeit der Welt in Form von morbiden und rissigen Kunstwerken dar.
Was mit einem zufälligen Buchfund über das Malen im Museumsshop des Barberini begann, entwickelte sich zu einem ihrer liebsten Beschäftigungen.
Angefangen mit Skizzen und Aquarell betrat Bröcker die Welt der Kunst. Auf der Suche nach Feedback in einer Facebook-Gruppe verkaufte die damalige Newcomerin ihr erstes Werk und blieb dran. Heute, drei Jahre und viel Selbstvertrauen in ihre Kunst später, führt sie einen Onlineshop auf der Kunstseite “Etsy”.
In ihrem Atelier in der Leipzigerstraße greift sie gesellschaftliche und persönliche Themen auf und verwandelt sie in struktur- und facettenreiche Kunst.
Meist ohne einen genauen Plan im Kopf kreiert Beate Bröcker Werke, die für Achtsamkeit und Nachhaltigkeit stehen sollen. Dabei sind Collageteile oder untypische Materialien, wie Walnussgranulat, Grundbestandteile ihrer Kunst.
Während des intuitiven Entstehungsprozesses greift sie oft zu Upcycling-Materialien, wie Verpackungsmüll, und drückt somit Empfindlichkeit und Stärke aus. Besonders ihre jüngste Entwicklung, die Kunst aus Pappe, soll ihre Botschaft erklären. Ihre Kunstreihe “Starke Frauen” bildet Frauenskulpturen aus Pappe ab und benennt ganz klar die “gesellschaftlichen Verwerfungen” von starken und dennoch ungesehenen Frauen.
Die Dinge, die andere in den Müll werfen, verwertet sie zu bewegender Kunst, da “die Oberflächen in all ihrer Morbidität eine Schönheit ausstrahlen”.
Ihr Debüt auf der KUNST/MITTE hatte Beate Bröcker bereits 2024, worauf sie dieses Jahr aufbauen möchte. Dabei steht ihr nicht der Verkauf im Vordergrund, sondern das Feedback der Besucher und Besucherinnen und vor allem der Austausch mit anderen Ausstellenden.
Basierend auf ihrer Erfahrung der letzten KUNST/MITTE geht sie dieses Jahr gelassener heran und wird das Thema Zerbrechlichkeit der Welt für die Besucher und Besucherinnen herausarbeiten. (Soraya Damer)
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