Super 8 Filme von Gabriele Stötzer & der Künstlerinnengruppe Erfurt "Exterra XX"

Gezeigt werden die Super 8-Filme

Austreibung aus dem Paradies // D: Monique Förster, Claudia Räther // *1984 // 25 min.
Trisal // D: Verena Kyselka, Monika Andres // *1986 // 20 min.
Kamera, Schnitt, Ideen: Gabriele Stötzer (ehem. Kachold)
Spitze // *1986 // 12 min. // SW // D: Peter Krause (IM Breaky)

Komik komisch // *1988 // 25 min.
Künstlerinnengruppe Erfurt "Exterra XX" // Kamera, Schnitt: Gabriele Stötzer

Gabriele Stötzer  *1953 in Erfurt

Als Reaktion auf ein Klima der politischen Erstarrung und intellektuellen Ohnmacht beginnt sich Ende der 1970er Jahre in der DDR eine alternative Kulturszene zu bilden. Ausstellungen in  Privatwohnungen, eine unabhängige Musikszene und Super 8-Filmvorführungen sprengten den tradierten Kunstkanon.

G. Stötzer©Ralf Gerlach

Gabriele Stötzer (ehem. Kachold) gehört in Erfurt zu den widerständigen und radikal eigene Freiräume erprobenden Künstlerinnen. Wegen ihrer Unterschrift gegen die Biermann-Ausbürgerung 1977 sitzt sie ein Jahr im Gefängnis, danach leitet sie bis zu deren Verbot 1981 die privat geführte Galerie im Flur. Sie beginnt um 1980 multimedial und genreübergreifend zu arbeiten: Malen, Fotografieren, Filmen, Mode, Fotobücher und vor allem Schreiben. Kontakte verbinden sie mit der Prenzlauer-Berg-Szene in Berlin und der Super-8-Filmszene in Dresden.

Gabriele Stötzer gehörte zur experimentellen Super-8-Filmszene der 1980er Jahre in der DDR und arbeitete vorrangig mit Künstlerinnen aus ihrem persönlichen Umfeld.
Konsequent und radikal verfolgt sie eine eigene Bildsprache, die gegen das offizielle Frauenbild der DDR aufbegehrt und die patriarchale Festschreibung von Weiblichkeit künstlerisch unterläuft. Auf der Suche nach Utopieentwürfen von Frauen (in der DDR) handelt sie sich – streitbar und direkt – Ordnungsstrafverfahren, aber auch die vehemente Ablehnung der eigenen Künstlerkollegen ein. 1984 entsteht auf ihr Betreiben eine der wenigen künstlerisch arbeitenden Frauengruppen der DDR, Exterra XX, die sich mit gemeinsamen Filmen und Modeobjektshows Nischen zur Eroberung des öffentlichen Raums erkämpfen, um Alltag und Kunst sinnlich zusammenzuführen. Exterra XX trat zwischen 1983 und 1989 in unterschiedlichen Besetzungen in Erscheinung.

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